Was ist eigentlich Gummistiefelweitwurf? Gibt es das wirklich?
Unglaublich aber wirklich wahr:
Die Trendsportart Gummistiefel Weitwurf aus Finnland findet auch in Deutschland immer mehr Anhänger.
Den Überlieferungen zu Folge sollen sich Seeleute Ende des 19. Jahrhunderts dieses Wurfspiel ausgedacht haben, Seit 1975 wird der Gummistiefelweitwurf als offizielle Sportart in Finnland ausgetragen. Den Weltrekord bei den Männern erreichte der Finne Jukka Vesterinen im Juni 2008. Bei den Frauen hat 200ß Eeva Isokorpi, ebenfalls aus Finnland, die WM-Medaille gewonnen.
In Deutschland wurde der Sport durch eine Radiosendung zum Thema „Alternativsport“ bekannt. Die Moderatoren waren von den Erzählungen ihres Gastes über den finnischen Gummistiefelwettkampf so beeindruckt, dass sie kurz darauf entschieden, selbst einen Verein zu gründen.
Bislang existieren 7 deutsche Vereine:
- GibGummi 03
- Berlin; Gib Leder 04 Döbeln
- 7 Meilenstiefel
- 1.GWV Rauen Latex 04
- GuStiWeiWuFF
- TWG Schlabbeschubser und
- Spitzsteingummi 05
Insgesamt üben in Deutschland 122 Personen diese Sportart aus.
Im Jahr 2007 fand in Berlin die erste deutsche Weltmeisterschaft mit 180 Teilnehmern statt. Darunter waren natürlich Finnen und Schweden, aber auch Gummistiefelweitwerfer aus Estland, Italien, Russland, Slowenien und den USA gingen an den Start. Einen deutschen Erfolg erzielte bei dieser Weltmeisterschaft die Berlinerin Anita Otto in der Klasse der über 45-jährigen Frauen. Sie gewann mit ihrem schwarzen Stiefel, den sie 22,70 Meter weit schleuderte, die Silbermedaille.
Die Technik bei diesem Mannschaftssport ist trotz der belustigenden Wurfgegenstände nicht zu unterschätzen. Die Stiefel sind durch ihre Form nicht so aerodynamisch, wie beispielsweise ein Hammer oder Diskus in anderen Wurfsportarten. Sie verlieren daher schnell an Geschwindigkeit. Wer die korrekte Technik jedoch beherrscht, kann den Gummistiefel im richtigen Einstellwinkel zum Wind perfekt durch die Luft rotieren lassen.
Das Wurfmaterial untersteht ebenfalls festen Regelungen: Männer benutzen einen linken oder rechten Gummistiefel der Größe 43 zum werfen. Dabei muss das Eigengewicht des Stiefels genau zwischen 950 g und 1050 g betragen. Die Höhe, gemessen von der Ferse bis zum oberen Ende des Schafts soll zwischen 42 cm und 44 cm liegen.
Damen wiederum benutzen einen Stiefel der Größe 38. Das Gewicht liegt zwischen 650 g und 750 g, bei einer Höhe zwischen 35 cm und 37 cm. Weitere Unterscheidungen des Wurfgegestandes gibt es in den verschiedenen Altersgruppen.
Das Ablaufgebiet ist ein 4 m breiter und mindestens 20 m langer speziell markierter Sektor. Darauf folgt das Abwurfgebiet, welches 4 m breit und 5 m lang ist. Der Wurfsektor ist bei 20, 30, 40 und 50 m mit horizontalen Linien markiert, um die Wurfweite feststellen zu können. Wie genau man den Stiefel hält und wirft, steht den Wettkämpfern frei. Er hat 30 Sekunden zeit, den Stiefel so weit wie möglich wegzuschleudern.
Ob diese nicht ganz alltägliche Sportart einmal zu den olympischen Spielen gehören wird ist fraglich. In Deutschland steht vor allem der Spaßfaktor des Gummistiefelweitwurfes im Mittelpunkt. Vom Kindes- bis Rentenalter nehmen die unterschiedlichsten Menschen mit ihren Gummistiefeln an dieser Sportart teil und bilden mit ihren Vereinen somit eine bunte Gemeinschaft. Es existiert genau wie beim Fußball eine eigener Verband: die German Boot Throwing Association registriert die Vereine und stellt die Regeln für Wettkämpfe auf. Spaß am Sport ist das oberste Ziel und das zieht immer mehr Menschen an!
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